Förderverein für regionale Entwicklung
 
 

Geschichte & Baugeschichte

Die wohl im 13. Jahrhundert gegründete Kirche wird 1312 erstmals urkundlich erwähnt. Nach dem Stadtbrand 1527 musste sie neu erbaut werden. Ab Mitte des 16. Jh. war Miesbach unter der Herrschaft der Maxlrainer ein Zentrum der Reformation. Aber Herzog Wilhelm V. erzwang schon bald die Rückkehr zum katholischen Glauben. Als Schlusspunkt erfolgte 1584 der Umzug des Pfarrsitzes von Parsberg nach Miesbach.

Graf Johann Veit von Maxlrain ließ 1663–65 das Gotteshaus vollständig umbauen. Die Kirche wurde damals im barocken Stil der Miesbach-Schlierseer Stuckatorengruppe reich ausgestattet.

Bei der Neuausstattung kam die vom Miesbacher Johann Millauer geschaffene Figur der schmerzhaften Muttergottes in das Gotteshaus.

2.jpg

Mater dolorosa mit Magdalena und Johannes

Diese wurde ab 1693 das Ziel einer Wallfahrt, die Miesbach einen ungeheuren Aufschwung verschaffte. Papst Innozenz XIII. verlieh dem Gnadenbild schließlich den Ehrentitel „mater dolorosa, miraculis gloriosa“ (Wer die schmerzhafte Mutter kennt, wunderthätig er sie nennt).

Beim großen Stadtbrand am 23. Mai 1783 wurde auch die Kirche ein Raub der Flammen und brannte vollständig aus. Schon wenige Wochen später erhielt der Münchner Baumeister Anton Baumgartner den Auftrag zum Wiederaufbau des Gotteshauses.

 

Hl. Florian, 16. Jahrhundert

Die Wallfahrt brach zunächst nicht ab, doch die Aufklärung und die Konkurrenz zur aufstrebenden Wallfahrt im nahen Birkenstein ließen das Ansehen der Miesbacher Gnadenmutter im 19. Jahrhundert verblassen.

 

4.jpg

 

Ausschnitt aus einer Votivtafel mit der Darstellung des Miesbacher Gnadenbildes

 

Unter Pfarrer König erfolgte 1863–66 eine vollständige Neuausstattung in romantisch-neuromanischem Stil.

1936/37 wurde diese unter Stadtpfarrer Trasberger durch eine neu-barocke Gestaltung ersetzt.

Im Jahr 1963 wurde die Kirche nach den Erfordernissen der neuen Konzilsliturgie radikal neu gestaltet. Sie erhielt einen Volksaltar. Die Kreuzigungsgruppe wurde über dem Altar aufgehängt, bei der Wandfarbe dominierte das Weiß.

Im Jahr 1999/2000 kam bei einer moderaten Umgestaltung die Marienstatue wieder an die Ostwand, die wärmere Farbgestaltung stellte die kräftige spätbarocke Wandgliederung wieder in den Vordergrund.

Text und Bilder: Alexander Langheiter, 2012