Förderverein für regionale Entwicklung
 
 

--> Namenstage im August

Im kath. Bayern wurde früher nicht der Geburtstag, sondern der Namenstag gefeiert; das war meist der Todestag des Heiligen, dessen Namen man trug. Freilich weiß man von vielen Heiligen keine genauen Daten – man hat das nicht so genau wie heute aufgeschrieben. Also suchte die Kirche einen passenden Tag aus. Und so kommt es, dass im Kalender an jedem Tag mehrere Namen stehen. Manche Namen kennt man heute gar nicht mehr, moderne neue Namen fehlen oft.

Namenstage im Mai:

4. Mai – der hl.  Florian 

12., 13., 14. und 15. Mai Pankratius, Servatius, Bonifatius und die Sophie

16. Mai – hl. Johannes Nepomuk

Namenstage im Juni:

6. Juni – hl. Kevin

13. Juni – hl. Antonius von Padua

24. 6. – Johannes der Täufer

29. 6.- Peter und Paul

Namenstage im Juli:

8. Juli – hl. Kilian

22. Juli – Hl. Magdalena

24. Juli – hl. Christophorus

4. Juli – Hl. Ulrich von Augsburg


Namenstage im August:

Dominik (Dominikus) am 8. August

 

Dominikus

1170 kommt Domengo als Sohn eines reichen Adligen im spanischen Kastilien auf die Welt; der Name (lat. Dominikus) bedeutet „Mann Gottes“.

Mit 14 Jahren besucht er die Klosterschule von Palencia und fängt an, Bücher zu sammeln. Bücher sind zu dieser Zeit sehr wertvoll – sie müssen mit der Hand geschrieben werden und sind oft mit vielen kunstvollen Bildern illustriert. Obwohl er sie als seinen größten Schatz liebt, verkauft er sie, als in einer großen Dürrezeit Tiere und Menschen sterben. „Wie kann ich mich an toten Büchern freuen, wenn lebendige Menschen verhungern müssen“, soll er gesagt haben. Und so erwirbt er mit dem Geld für seine Bücher Brot und Wasser für die Armen.

Dominik wird als Domherr zum Bischof von Osma geholt, lebt dort wie in einem Kloster, betet und liest in den hl. Schriften. Auf einer Reise erlebt er, wie abweisend und grausam die hohen kirchlichen Herren mit den Armen und mit allen umgehen, die eine Umkehr zur wahren Lehre Christi fordern. Er verlässt den Bischofshof und zieht als einfacher Prediger durchs Land.

Bald begleiten ihn andere junge Männer, die ebenso denken wie er und so entsteht der Orden der Dominikaner. Viele Geschichten gibt es über ihn und seine Freunde, die zeigen, wie leidenschaftlich Dominik die Botschaft von Jesus Christus verkündet. Er stirbt 1221 auf einer Predigtreise in Norditalien. Auf Bildern sieht man ihn oft mit einem Rosenkranz – er soll ihn eingeführt haben.

Zum Bild:

Dominikus, Legat Innozenz’ III. gegen die Katharer und Gründer des von Entstehungsbeginn an gegen Häretiker wirkenden Dominikanerordens (Gemälde von Claudio Coello, 17. Jahrhundert, "Public Domain")

 


Laurentius am 20. August

 

Laurentius

Die Parsberger feiern am 10. August „Laurenzikirta“ – ihre Kirche ist dem hl. Laurentius geweiht und das Altarbild zeigt recht drastisch seinen Märtyrertod. Die Deckengemälde erzählen die Geschichte, wie es dazu gekommen sein soll.

Laurentius lebt in Rom, ist Diakon und für das Vermögen der Kirchengemeinde zuständig. Er sorgt damit für die Armen, Kranken, Witwen und Waisenkinder. Als dem römischen Kaiser Valerian das Geld ausgeht, das er mit vollen Händen für Feste, Feuerwerke, Sänger und Tänzerinnen verschwendet hat, fordert er Laurentius auf, ihm die Schätze der christlichen Gemeinde zu geben. 3 Tage hat er Zeit, dann will der Kaiser das Geld sehen. Als die Frist abgelaufen ist, zeigt Laurentius dem Kaiser die „Schätze“ der Kirche: Ein unendlich langer Zug von Bettlern, Blinden, Soldaten auf Krücken und zerlumpten Kindern ist zum Palast gezogen. Valerian ist so wütend darüber, dass die erwarteten Kostbarkeiten anders aussehen als erwartet, dass er Laurentius gefangennehmen und grausam zu Tode foltern lässt (10. 8. 258).

In Rom wird schon bald die große Kirche San Lorenzo fuori le muri erbaut und seine Verehrung verbreitet sich auch in Deutschland. Lorenz heißen die Kinder in Bayern, die nach ihm genannt werden. Auf Bildern sieht man ihn oft mit Geldbeutel, Brot oder einem großen Rost.

Zum Bild:

Katholische Filialkirche St. Laurentius in Pflugdorf (Vilgertshofen) im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech (Bayern/Deutschland), Doppelempore mit Bildern von Johann Baptist Baader mit Szenen der Legende des heiligen Laurentius an der unteren Emporenbrüstung; Darstellung: Laurentius verteilt die Schätze der Kirche, CC BY-SA 3.0, GFreihalter


Klara am 11. August

 

Klara

Klare (der Name bedeutet „die Reine“ oder „die Glänzende“) ist die Tochter einer reichen Familie in Assissi – wir kennen sie vor allem als Freundin des hl. Franziskus, dessen Predigten sie so überzeugen, dass sie so leben möchte wie er. Ihr Vater ist nicht begeistert von diesem Wunsch, aber sie flieht von zu Hause, schneidet sich die langen Haare ab und zieht ein einfaches Gewand aus Sackleinen an. Zusammen mit Franziskus gründet sie den Frauenorden der Klarissinnen oder Franziskanerinnen und leitet ihn als erste Äbtissin. Später werden auch ihre beiden Schwestern und ihre Mutter Mitglieder dieser Gemeinschaft, die ohne Reichtümer leben und sich um alle Armen, Kranken und Ausgestoßenen kümmern. Sie stirbt am 11. August 1253.

Auch heute arbeiten Franziskanerinnen auf der ganzen Welt als Krankenschwestern, Lehrerinnen, Helferinnen für Menschen in Notlagen. Auf Bildern wird Klara oft in einem braunen Gewand, mit Kopftuch und einer brennenden Lampe in der Hand abgebildet.

Zum Bild:

Zeitgenössisches Gemälde der heiligen Klara aus dem Kloster San Damiano

https://franziskaner.net/klara-biografie/


Maximilian Kolbe am 14. August

 

Maximilian Kolbe

Menschen, die ein großes Vorbild für uns Christen sind, gab es zu allen Zeiten; auch heute leben diese Heiligen, oft ganz unbeachtet, mitten unter uns. Maximilian Kolbe wurde 1941 hingerichtet, mitten im II. Weltkrieg, an den sich unsere Großeltern und Urgroßeltern noch erinnern können.

Er ist der Sohn eines polnischen Arbeiters und wird Mitglied des Franziskanerordens. In Rom studiert er 7 Jahre lang und erhält die Priesterweihe. 1922 gründet er ein Kloster in der polnischen Hauptstadt Warschau und schreibt Bücher und Artikel für Zeitschriften. Auf Anordnung des Papstes reist er nach Japan, um dort die wenigen Christen zu unterstützen.

Als in Deutschland und auch in Polen Hitler und die Nationalsozialisten Juden und Andersdenkende verfolgen, die Meinungsfreiheit abschaffen, Christen bekämpfen und einen Eroberungskrieg beginnen, predigt Kolbe gegen die Partei und den „Führer“. Er wird verhaftet und ins Konzentrationslager Auschwitz gebracht.

An einem Julitag im Jahr 1941 lässt der Lagerkommandant alle Gefangenen zum Appell antreten. Nachdem ein Häftling am Tag vorher geflohen ist und dabei erschossen wurde, sollen zur Strafe 10 andere Gefangene in einen Raum ohne Nahrung, Licht und Luft gesperrt und so ermordet werden. Unter diesen 10 Männern befindet sich auch ein Vater von 2 Kindern, der verzweifelt um Gnade fleht. Maximilian Kolbe bitte den Kommandanten, diesen Mann zu verschonen und ihn selber zum Tausch anzunehmen. Er muss in den „Hungerbunker“, wo er tagelang mit Singen und Beten zu hören ist. Am 14. 8. bekommt er vom Lagerhenker eine tödliche Spritze.

Der Familienvater überlebt das Lager und den Krieg; er ist dabei, als Papst Johannes Paul II. in Rom Maximilian Kolbe heiligspricht. Wieviel Mut und starker Glauben dazu gehören, für einen anderen in den Tod zu gehen, kann man nur erahnen. In den Kriegen und Katastrophen der Geschichte gab und gibt es bestimmt viele Männer und Frauen, die sich so selbstlos aufgeopfert haben.

Zum Bild:

Kinderbuch, Maximilian Kolbe bietet an, für den Familienvater zu sterben

 

 


Bernhard am 20. August

 

Bernhard

Bernhard wird 1091 als Sohn eines Ritters in Burgund geboren. Lange Zeit weiß er nicht, welchen Lebensweg er einschlagen soll. Auf dem Weg zum Universitätsstudium macht er Halt bei einer Kapelle, erinnert sich an seine früh verstorbene fromme Mutter und betet lange. Da gibt er die Studienpläne auf und tritt, zusammen mit 30 anderen jungen Männern (4 seiner Brüder sind dabei) in ein Zisterzienserkloster ein.

Bald wird Bernhard beauftragt, ein neues Kloster zu gründen. Der Anfang gestaltet sich sehr hart: Clairveaux ist eine sumpfige Gegend, es gibt wenig zu essen und erst in mühseliger Arbeit schaffen die Mönche ein helles Tal mit Feldern, auf denen die nötigsten Lebensmittel wachsen. Aber sie leben sehr einfach: Die Zellen sind ungeheizt, an Festtagen wird gefastet, die Kirche bleibt ohne Schmuck.

Bernhard ist jetzt viel als Prediger unterwegs – weil er so gut reden kann, nennt man ihn „Doctor mellifluus“, den „honigfließenden Lehrer“. So kommt es, dass er auf Bildern oft einen Bienenkorb bei sich hat. Bischöfe und Könige fragen ihn um Rat in schwierigen Situationen und nicht immer gelingen seine Vorschläge. Er bringt die Fürsten dazu, Kreuzzüge zu unternehmen, um das hl. Land, vor allem Jerusalem, von den muslimischen Eroberern zu befreien, aber ohne Erfolg. Das bringt ihm viel Ärger und Schuldgefühle ein. Dreimal lehnt er es ab, Bischof zu werden.

Wenn Bernhard nach seinen Vorbildern gefragt wird, nennt er die Eichen und Buchen – sie seien festverwurzelt und kein Sturm könne sie beugen. Er stirbt am 20. 8. 1153.

Zum Bild:

Der Hl. Bernhard und der Herzog von Aquitanien, "Public Domain"


Monika am 27. August und Augustinus am 28. August

 

Monika AugustinusLeicht hat sie es nicht mit ihrem Sohn Augustinus (354 geboren), die fromme Christin Monika (geboren um 332 in Numidien = Nordafrika). Sie ist zwar stolz auf seine Erfolge beim Studium, aber von Religion will er nicht viel wissen und sein Lebenswandel ist nicht so, wie sie es sich wünschen würde.

Augustinus wird Professor für Rhetorik (= Kunst der Rede) in Mailand und hört die Predigten von Ambrosius. Sie überzeugen ihn und er lässt sich 387 in Mailand taufen. Groß ist die Freude der Mutter darüber, aber bevor sie noch im gleichen Jahr nach Nordafrika zurückkehren kann, stirbt sie in Rom.

Augustinus wird Priester und schließlich Bischof von Hippo; er ist ein unermüdlicher Seelsorger und verfasst viele Schriften, die uns auch heute noch etwas sagen können.

Von ihm stammt folgende Geschichte: Augustinus geht am Meeresstrand entlang und sieht ein kleines Kind, das mit einer Muschel Wasser schöpft. Als er das Kind fragt, warum es das tue, sagt das Kind: „Ich will das Meer ausschöpfen“. Augustinus antwortet: „Das schaffst du nicht, so unendlich groß ist das Meer.“ „Ja,“ sagt das Kind, „und so unendlich ist die Größe Gottes.“ (Dieses Kind mit der Muschel sieht man oft zu Füßen der Figur von Augustinus sitzen.)

Augustinus stirbt am 28. 8. 430, als die Vandalen die Stadt Hippo belagern.

Zum Bild:

Bad Schussenried, Pfarrkirche St. Magnus (ehemalige Klosterkirche)
Freskenzyklus mit Szenen aus dem Leben des hl. Augustinus von Johannes Zick (bzw. Werkstatt), 1745, hier das Fresko: "Augustinus im Gespräch mit dem Knaben am Meer", "Public Domain"