Förderverein für regionale Entwicklung
 
 

Namenstage im September

Der September ist vor allem ein Marienmonat:

08. 9. - „Mariä Geburt“

12. 9. - „Maria Namen“

15. 9. - „Mariä Schmerzen“.

Außerdem haben Namenstag:

01. 9. - Ägidius und Verena

06. 9. - Magnus

13. 9 bzw. 14. 9. - Notburga

17. 9. - Hildegard von Bingen

21. 9. - Matthäus (21. 9.)

29. 9. - die Engel Michael, Gabriel, Raphael.

Übersicht über alle bisher beschriebenen Namenstage


Maria-MiesbachMaria (am 8., 12. und 15. September)

Natürlich wissen wir den tatsächlichen Geburtstag von Maria nicht und ihr Name war nichts Besonderes. Viele Mädchen wurden Mirjam oder Mariam genannt und heute ist das nicht nur in den Ländern des Vorderen Orients so, sondern auf der ganzen Welt.
Dass wir an diesen 3 Tagen ganz besonders an Maria denken, ist wichtig für unseren Glauben: Die Mutter von Jesus kam in einer kleinen, unbedeutenden Stadt, in einer einfachen Familie zur Welt. Sie trug einen alltäglichen Namen und durchlitt die furchtbaren Schmerzen jeder Mutter, die den Tod ihres Kindes erleben muss. Geburt und Tod prägen unser Leben – und der Name macht uns zu einem ansprechbaren Mitmenschen. Auch Gott ruft jeden von uns bei unserem Namen – der ärmste und hilfloseste Mensch wird mit seinem Namen zum wertvollen Geschöpf.

Bild: Maria, Stadtpfarrkirche Miesbach, Südwand, H.Kraus

 

Hier geht’s zum „Marienspaziergang“ !


ÄgidiusÄgidius /Egidius (am 1. September)

Der Name „Ägidius“ kommt aus der griechischen Sprache und heißt „Schildträger“. Der Heilige ist der Sohn einer vornehmen Athener Familie und stirbt am 1. 9. 1720. Er gründet im Rhonetal ein Kloster, das sich zu einem berühmten Wallfahrtsort und eine Station auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela entwickelt. Dass er der Patron der Hirten und Jäger wird, hat mit einer Legende zu tun: Ägidius soll eine Hirschkuh gezähmt haben, die ihn mit ihrer Milch ernährte. Eines Tages geraten der frz. König und seine Jäger in den Wald, in dem Ägidius lebt, und wollen die Hirschkuh erlegen. Sie flüchtet zur Höhle ihres Beschützers. Der Pfeil, den der König ins Gebüsch schießt, trifft Ägidius – er will keinen Arzt und keine Entschädigung, sondern den Bau eines Klosters.
Eine alte Bauernregel lautet: „Wenn St. Ägidius bläst ins Horn, so heißt es: Bauer, sä' dein Korn.“

Bild: Ägidius und die Kirschkuh mit König Wamba, um 1500, National Gallery, London


VerenaVerena (am 1. September)

Sie stammt vermutlich aus Ägypten und lebt Ende des 3. Jhdts. nach Chr., zur Zeit der großen Christenverfolgungen. Als ihr Verlobter Victor als Offizier des Kaisers nach Italien gerufen wird, folgt sie ihm. Sie kümmert sich um die verfolgten Christen in Mailand. Victor wird hingerichtet, weil er sich weigert, den Göttern zu opfern. Verena versteckt sich in einer Höhle und bald versammeln sich viele junge Frauen um sie. Sie lernen nähen, sticken und die Heilkraft der Kräuter – viele Kranke finden bei ihnen Trost und Hilfe. Sogar den römischenLandpfleger, der sie gefangen nimmt, heilt sie und kommt wieder frei.
Um ein ruhigeres Leben zu haben, zieht sie an den Rhein, führt einem Pfarrer den Haushalt und wohnt später in einer Einsiedlerzelle neben einer heilkräftigen Quelle. So ist sie zur Schutzheiligen der Pfarrerköchinnen geworden.

Bild: St. Verena wäscht die Haare eines verpesteten Mannes, Schwaben, c. 1525 - Landesmuseum Württemberg


MagnusMagnus (am 6. September)

Dem hl. Magnus ist in der Unteren Wies eine Kapelle gewidmet – die sogen. Krauthofkapelle. Sie wurde errichtet, als Anfang des 17. Jhdts. eine Schädlingsplage großen Schaden auf den Feldern anrichtete. Der Heilige wird gegen Mäuse, Ratten und Ungeziefer um Hilfe gerufen.
Magnus (eigentlich Maginold) lebt als Mönch im Kloster St. Gallen. Von dort zieht er zusammen mit 2 Ordensbrüdern ins Allgäu, um die christliche Botschaft zu verkünden. Aber er zeigt den Bauern auch ganz praktische Dinge: wie man Sümpfe austrocknet, Wiesen und Äcker anlegt und den Boden bearbeitet. In Füssen baut er eine Kirche und wohnt daneben in einer Zelle. Am 6. 9. 756 stirbt er.
Dass Magnus oft einen Bären bei sich hat, kommt von einer Legende: Im Allgäu waren die Leute sehr arm und auch Magnus und seine Freunde hatten wenig zu essen. Als sie einen Bären unter einem Apfelbaum sitzen sehen, bittet Magnus diesen, die guten Äpfel den Menschen zu überlassen, die unreifen selber zu verspeisen. Der Bär gehorcht ihm und ist immer wieder mal zur Stelle, wenn Magnus Hilfe braucht.

Bild: St. Magnus (links) mit St. Gallus, um 980, in der Magnuskrypta der Stadtpfarrkirche St. Mang in Füssen


NotburgaNotburga (am 13. bzw. 14. September)

Auf den Bildern sieht es so aus, als könnte Notburga zaubern – hoch in der Luft schwebt eine Sichel und fällt nicht herunter. Natürlich steckt da auch wieder eine Geschichte dahinter: Als sie an einem Samstagabend nach dem Feierabendläuten noch weiterarbeiten soll, hört sie einfach auf. Der Bauer ist wütend, aber Notburga lässt Gott entscheiden. Sie wirft die Sichel hoch, die stehenbleibt, bis Notburga sie herunterholt und nach Haus geht, ohne weiter zu arbeiten.
Notburga ist um 1265 geboren und die Tochter eines Hutmachers aus Rattenberg in Tirol. Mit 18 Jahren wird sie Dienerin beim Grafen von Rottenburg, eine Zeitlang ist sie einfache Dienstmagd bei einem Bauern. Sie kümmert sich um die Armen und Kranken. Als sie im Sterben liegt, bittet sie den Grafen, die Tore der Burg für die Bettler immer offen zu lassen. Als einfache Magd ist sie die Patronin aller Dienstboten.

Bild: Hl. Notburga, Naives Tafelbild in der Bergkirche St. Salvator in Mainburg bei Ingolstadt CC 4.0 Lizenz


HildegardHildegard von Bingen (am 17. September)

Kluge, selbstbewusste Frauen in Klöstern, christlichen Einrichtungen oder einfach in der Gemeinschaft der Gläubigen gab es sicher immer schon – aber die wenigsten sind uns heute noch bekannt. Eine von ihnen ist die hl. Hildegard von Bingen, die vor fast 1000 Jahren geboren wurde und eine ungewöhnlich vielseitig begabte Klosterfrau ist: Sie schreibt Gedichte und Bücher, komponiert, ist Äbtissin, berät Politiker und Bischöfe und verkündet mutig ihre Meinung in vielen Briefen und auf Predigtreisen. Dabei nimmt sie kein Blatt vor den Mund, wenn sie davon überzeugt ist, dass die mächtigen Männer das Falsche tun. In ihren Augen sind Frauen genauso geeignet für Ämter in Kirche und Politik – eine sehr moderne Einstellung, die sich bis heute noch nicht durchgesetzt hat.
Schon als Kind von 8 Jahren wird sie von ihren Eltern für das Klosterleben bestimmt und gründet später zwei Klöster. Als Leiterin ihrer Frauengemeinschaften lockert sie die strengen Speisevorschriften und kürzt die Gebetszeiten. Immer wieder erzählt sie, dass himmlische Stimmen ihr die Geheimnisse Gottes mitteilen und schreibt diese „Visionen“ auch auf.  Sie stirbt mit 82 Jahren.
Dass ihr Name bei uns häufig genannt wird, hat vor allem mit ihren Schriften über die Heilkraft von Kräutern, Bäumen, Edelsteinen und Metallen zu tun. Ihre medizinischen Ratschläge gehen davon aus, dass Seele, Körper und Sinne miteinander harmonieren müssen, damit sich ein Mensch gesund fühlt. Hildegardkekse und Hildegardrezepte kann man heute in vielen Klosterläden kaufen.

Bild: Miniatur aus Hildegards Werk „Scivias“ (Wisse die Wege Gottes): Sie empfängt eine göttliche Vision und diktiert diese dem Propst Volmar, um 1165


MatthäusMatthäus (am 21. September)

Matthäus ist einer der 4 Verfasser der Evangelien; sein Bericht über das Leben und Wirken von Jesus Christus steht im Neuen Testament an erster Stelle. Wenn er, meist zusammen mit seinen Kollegen Lukas, Markus und Johannes, als Statue oder auf einem Bild dargestellt wird, hat er als Symbol eine menschliche Gestalt neben sich.
Wir wissen nichts über sein Leben – vermutlich stammt er aus Syrien, ist Jude und beherrscht die griechische Sprache. Zwischen 75 und 85 n.Chr. schreibt er sein Evangelium auf. Ein großer Teil der Geschichten findet sich auch in den Texten von Markus und Lukas, aber Matthäus ergänzt sie durch einen anderen Anfang und einen neuen Schluss. Er erzählt von der Kindheit Jesu, z.B. von Herodes und den Sterndeutern, und er berichtet davon, dass Jesus nach der Auferstehung seinen Freunden erschienen ist. Für Matthäus ist Jesus ein Mensch und zugleich der lang erwartete Erlöser der Menschen.

Bild: Rembrandt Harmensz van Rijn: Matthäus, 1661, Louvre, Paris


MichaelMichael, Gabriel und Raphael (am 29. September)

Das sind nicht die Namen von Menschen, sondern von Engeln – aber sehr beliebt als Namenspatrone. Engel gibt es in allen Religionen und auf vielen, vielen Bildern – allen gemeinsam sind die Flügel, d.h. die Fähigkeit, überall und zu allen Zeiten Erde und Himmel miteinander zu verbinden. Der Mensch braucht sie als Boten Gottes, als Zeichen des Lichts und der Hoffnung, als Schutz vor allem Bösen, als Verkünder von guten Nachrichten. Sie sind keine Götter, aber sie lassen uns das Geheimnisvolle und Großartige Gottes erahnen.
In den alten Geschichten hat man den Engeln Namen und besondere Aufgaben zGabrielugeteilt: So ist Michael der Verteidiger gegen das Böse (er verjagt Adam und Eva aus dem Paradies, weil sie sich mit dem Bösen eingelassen haben), Gabriel darf wichtige Nachrichten überbringen (so erfährt Maria von ihm, dass sie Jesus auf die Welt bringen soll) und Raphael zeigt sich als Begleiter und Beschützer (z.B. für den jungen Tobit im Alten Testament).

Früher war der 29. September ein wichtiger Tag; die fälligen Zinsen für die Grundherren mussten bezahlt werden, bei den Handwerkern fing wieder die Arbeit bei Lichtern an und die Gesellen bekamen Geld für einen Braten und das nötige Bier dazu.
Bilder:

Michaelsbrunnen, Miesbach, Prof. Bernhard Blecker, 1905

Die Verkündigung durch den Erzengel Gabriel, Ignaz Günther, Stiftskirche St. Peter und Paul (Weyarn), Foto: Rollroboter, CC BY-SA 4.0


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