Förderverein für regionale Entwicklung
 
 

Namenstage im Oktober

Im Oktober feiern wir die Gedenktage von:

 

04.10. - Franz von Assisi

11.10. - Papst Johannes XXIII.

18.10. - Evangelist Lukas

21.10. - Ursula von Köln

22.10. Papst Johannes Paul II.

31.10. - Wolfgang von Regensburg

 

Übersicht über alle bisher beschriebenen Namenstage

 


Franz von Assisi verzichtet auf die irdischen GüterHl. Franz von Assisi (4. 10.)
Der hl. Franz ist wohl einer der bekanntesten und beliebtesten Heiligen und seinen Namen tragen viele Menschen auf der ganzen Welt, als Francesco, Frantisek, Francis, Francois, Franek und in der weiblichen Form Franziska. Der gegenwärtige Papst hat diesen Namen gewählt – und das bedeutet ein Programm. Der Heilige steht für Frömmigkeit und Toleranz, für Bescheidenheit und Fröhlichkeit, für die Liebe zur Schöpfung und zu den Menschen. Unzählige Geschichten gibt es über ihn und viele Kirchen sind ihm geweiht. In Miesbach zeigt die Portiunkulakirche eine Szene aus seinem Leben: Er betet in seiner Lieblingskapelle bei Assissi – der Himmel schenkt Rosen als Zeichen dafür, dass sein Gebet erhört wird.
Franz kommt 1181 in Assissi als Sohn einer reichen Kaufmannsfamilie auf die Welt. Er besitzt Geld, feiert mit Freunden und genießt das Leben – bis ihn der Ruf Gottes dazu bringt, sein Leben völlig zu verändern. Er verzichtet auf allen Reichtum und verlässt seine Familie. Arm, nach dem Vorbild Jesu, als Bettler will er künftig leben. Bald finden sich gleichgesinnte junge Männer und der Papst stimmt schließlich der Gründung des Ordens der „Minderen Brüder“ zu.
Die Brüder ziehen umher, predigen, kümmern sich um Aussätzige, betteln für ihren Lebensunterhalt. Bald verschlechtert sich die Gesundheit von Franz, er kann nicht mehr weit wandern. 1226 stirbt er in seiner geliebten Portiunkulakirche.
Franz verkündet eine radikale Umkehr zur Christusnachfolge in einer Zeit, in der in der Kirche Luxus und Machtstreben das Handeln bestimmen. Er stellt den Frieden mit allen Geschöpfen Gottes in den Mittelpunkt seiner Reden:Er zähmt den Wolf, der die Bewohner von Gubbio in Angst und Schrecken versetzt und predigt zu den andächtig zuhörenden Vögeln. In einem langen Gespräch unterhält er sich mit dem muslimischen Sultan und seine Brüder mahnt er immer wieder zu Versöhnung, wenn sie sich streiten. Vielleicht ist das der Grund für den Respekt, den Franziskus bei Gläubigen und Nichtgläubigen genießt.

Bild: Franziskus verzichtet auf die irdischen Güter, Giotto di Bondone (1266-1336), um 1295, San Francesco, Oberkirche, Assisi, Italien - gemeinfrei


Papst Johannes XXIII:Papst Johannes XXIII. (11.10.)
Zwei sehr unterschiedliche Päpste haben ihren Gedenktag im Oktober: Beide bestimmten auf ihre Art und Weise die Richtung der kath. Kirche und das Leben der Gläubigen im vergangenen Jahrhundert.
Johannes XXIII. erhielt vom Volk den Beinamen „il Papa buono“, „der gute Papst“ – in Erinnerung ist vor allem das Bild von den geöffneten Fenstern geblieben. Frischer Wind sollte in der Kirche wehen, Offenheit an die Stelle von Strenge und Enge treten. Als Sohn eines armen Bauern (sein Name ist Angelo Giuseppe Roncalli) wird er 1881 in der Provinz Bergamo geboren. Er hat 12 Geschwister und nur mit Hilfe des Gemeindepfarrers und gegen die Vorstellungen des Vaters kann er Theologie studieren. Im I. Weltkrieg leistet er seinen Militärdienst, meist als Feldkaplan. Später vertritt er die kath. Kirche in der Türkei und in Griechenland, wird 1944 in Frankreich eingesetzt und verhilft jüdischen Verfolgten zur Flucht.
Die Wahl zum Papst 1958 kommt überraschend – und Johannes XXIII. macht sich mutig an die Erneuerung der Kirche. Die Einheit aller Christen, die Menschenrechte, die Verhinderung neuer Kriege liegen ihm am Herzen. Er will nicht als Machthaber, sondern als irdischer Stellvertreter Gottes gesehen werden und so schafft er den Fußkuss und die 3 Kniefälle bei Privataudienzen ab.
1962 eröffnet Papst Johannes XXIII. das II. Vatikanische Konzil, das tatsächlich eine Öffnung nach allen Seiten anstrebt; den Abschluss erlebt er nicht mehr. 1963 stirbt er an einem Krebsleiden.

Bild: Papst Johannes XXIII. - Wikimedia commons


Evangelist Lukas, orthodox, Siebenbürgen - gemeinfreiEvangelist Lukas (18. 10.)
Wenn wir in der Advents- und Weihnachtszeit die Geschichte von Maria und der Geburt Jesu lesen, dann stammen die Texte meist vom Evangelisten Lukas. Er ist der einzige Evangelist, der Jesus nicht persönlich kennen gelernt hat. Lukas arbeitet als Arzt und begleitet den Apostel Paulus auf seinen Reisen – Paulus bringt ihn vermutlich auch auf die Idee, das Leben Jesu aufzuschreiben.
Von Lukas wird erzählt, dass er zudem ein begabter Maler ist und das erste Marienbild geschaffen hat.
Vielleicht stammt auch die Apostelgeschichte von ihm. In seinen Texten betont Lukas, dass Jesus das Heil aller Menschen bringt, unabhängig von Grenzen, Sprache, Religion und Hautfarbe. Und er erzählt besonders gern von dem Umgang Jesu mit den Armen und Ausgestoßenen. Lukas stirbt mit 84 Jahren in Griechenland.
Auf Bildern und in Kirchen wird Lukas von einem geflügelten Stier begleitet. Er gilt als Patron der Ärzte, Maler und Bildhauer. Sein Name ist auch heute noch in vielen Ländern gebräuchlich.

       Bild: orthodox, Siebenbürgen - Pikist.com, lizenzfrei


Hl. Ursula von Köln, MartyriumHl. Ursula von Köln (21. 10.)

 

Dramatisch wird der Tod von Ursula und ihren Begleiterinnen auf Bildern dargestellt – aber ob es  wirklich so war, wissen wir nicht. Nur die Legenden um diese Heilige kennen wir.
Danach ist sie die Tochter des Königs Maurus, der sie mit einem englischen Fürstensohn verlobt. Aber sie erbittet sich 3 Jahre Bedenkzeit und bereitet sich mit anderen jungen Mädchen (11000 werden genannt – das dürfte nur eine symbolische Zahl sein) auf einen Rombesuch vor. Sturm und Umwege verlängern die Reisezeit – endlich können die Frauen vom Papst empfangen werden. Aber die kriegerischen Hunnen überfallen die Gruppe auf der Rückreise in Köln und ermorden sie – nur Ursula bleibt übrig. Als sie die Heirat mit dem Hunnenfürsten ablehnt, erschießt er sie mit einem Pfeil.
In Köln entsteht eine Kapelle über 11 Gräbern, es entwickelt sich ein Wallfahrtsort zur hl. Ursula und im 12. Jahrhundert wird dort eine große Kirche erbaut.
Ursula ist die Patronin der Lehrerinnen und Erzieherinnen. Ihr Name bedeutet übrigens „der kleine Bär“. Und recht einleuchtende Bauernregeln gibt es für ihren Namenstag auch: „Sankt Ursel, o Graus, zieht die Bäume aus“

Bild: Hl. Ursula, anonymer Maler, 16. Jhdt.  - public domain


Johannes Paul II. mit Bill Clinton beim Weltjugendtag in Denver (1993)Papst Johannes Paul II. (22.10.)
Johannes Paul II. ist 26 Jahre im Amt, von 1978 – 2005. Er erlebt also viele weltbewegende Ereignisse, Kriege, Revolutionen, Terroranschläge und Naturkatastrophen. Als gebürtiger Pole freut er sich besonders über das Ende des sogen. „Kalten Krieges“, als nach 1989 die Teilung Deutschlands zu Ende geht und die kommunistisch beherrschten Staaten unabhängig werden.
Geboren 1920 mit dem bürgerlichen Namen Karol Wojtyla wächst er in einer einfachen Familie auf. Seine Hobbies sind Fußball (meist als Torwart), Schwimmen, Skifahren und Theaterspielen. Er schreibt auch selber Gedichte und Theaterstücke.
Während des II. Weltkriegs muss er in einem Steinbruch und einer Chemiefabrik arbeiten. Er schreibt 2 Doktorarbeiten und durchläuft alle Stationen bis zum Kardinal. Besonders wichtig sind ihm die Kontakte zum Judentum, eine strikt antikommunistische Haltung und die Aussöhnung Polens mit Deutschland.
Ein Attentat im Jahr 1981 überlebt er und besucht den Täter im Gefängnis. Johannes Paul II. ist ein Reisepapst: 127 Länder besucht er und wird gern „eiliger Vater“ genannt. Auch Deutschland steht auf dem Programm, vor allem das KZ Dachau. 1986 begründet er das „Gebet der Weltreligionen“ und 2000 bekennt er öffentlich die Schuld der Kirche an den Glaubenskriegen, den Judenverfolgungen und der Inquisition. Immer wieder appelliert er an die Menschen, die Schöpfung zu bewahren.
Bis zuletzt zeigt er sich der Öffentlichkeit; von der Parkinsonkrankheit geprägt, erteilt er noch kurz vor seinem Tod den Ostersegen. Dieser Papst wird von vielen bewundert und verehrt – er hat aber auch mit seiner ablehnenden Stellung zu Verhütung und Abtreibung viele Menschen vor den Kopf gestoßen.

Bild: Johannes Paul II. mit Bill Clinton beim Weltjugendtag in Denver (12. Aug. 1993) in Denver (Colorado)


St. Wolfgang in der Pfarrkirche ParsbergWolfgang von Regensburg (31. 10.)

Wolfgang, geboren 934 (der Name bedeutet „der den Wolf Angreifende“) ist ein Bauernsohn, der zu den Mönchen auf die Insel Reichenau geschickt wird, weil er durch seine klugen Fragen auffällt. Schnell lernt er lesen und schreiben – neben ihm sitzen viele Söhne von Grafen und Fürsten. Wolfgang ist ein Außenseiter, aber durch einen Schulfreund kommt er zum Bischof nach Trier und wird später an die kaiserliche Kanzlei in Köln berufen.
Doch Wolfgang will keine Karriere in der Kirche machen, sondern in einem Kloster ein stilles Mönchsleben führen. In Einsiedeln beim Züricher See findet er, was er gesucht hat. Bald ist er Leiter der Klosterschule und erhält die Priesterweihe. Ein Versuch, die heidnischen Ungarn zum Christentum zu bekehren, scheitert.
Als er die Berufung auf den Bischofssitz in Regensburg bekommt, ist er nicht glücklich. Er bleibt der bescheidene, einfach gekleidete Mensch, lädt Arme zum Essen ins Bischofshaus ein und sorgt während einer Hungersnot dafür, dass Getreide verteilt wird. Bald sucht man seinen Rat, der bayerische Herzog überlässt ihm seine Kinder zur Erziehung.
 In die politischen Streitigkeiten um die Nachfolge des Kaisers will er nicht verwickelt werden; er flieht aus Regensburg und zieht an den Abersee, der heute Wolfgangsee heißt. Aber die Regensburger holen ihren beliebten Bischof zurück. Wolfgang stirbt während einer Fahrt auf der Donau am 21. 10. 995.
Ein Wolf oder ein Teufel sind oft neben dem Heiligen zu sehen – und eine Bauernregel sagt:
„An St. Wolfgang Regen verspricht ein Jahr voll Segen.“

Bild: St. Wolfgang in der Pfarrkirche Parsberg, spätgotisch, um 1600