Förderverein für regionale Entwicklung
 
 

Namenstage im April

Im kath. Bayern wurde früher nicht der Geburtstag, sondern der Namenstag gefeiert; das war meist der Todestag des Heiligen, dessen Namen man trug. Freilich weiß man von vielen Heiligen keine genauen Daten – man hat das nicht so genau wie heute aufgeschrieben. Also suchte die Kirche einen passenden Tag aus. Und so kommt es, dass im Kalender an jedem Tag mehrere Namen stehen. Manche Namen kennt man heute gar nicht mehr, moderne neue Namen fehlen oft.
Die folgenden Texte stellen eine kleine Auswahl von Menschen dar, die uns bekannte und vertraute Namen tragen. Wir kennen sie nicht, die unzähligen Frauen und Männer, die auch heute noch konsequent bei dem bleiben, was Christentum für sie bedeutet. Sie kämpfen für Gerechtigkeit, bleiben bei den Sterbenden, trauen sich etwas zu sagen, nehmen Alleinsein, Angriffe und Gefängnis auf sich, sie teilen mit den Notleidenden, pflegen, trösten und geben einfach nicht auf. Sie leben hier bei uns und auf der ganzen Welt und gehören zur großen Schar der heiligen Vorbilder.

 

Im April können wir die Namenstage von

Bernadette (16. 4.),

Konrad (21. 4.),

Georg (23. 4.) feiern, außerdem den Gedenktag für den

Evangelisten Markus (25. 4.) und für

Max Joseph Metzger (17. 4.), der von den Nationalsozialisten hingerichtet wurde.


Bernadette Soubirous am 16. April

Der kleine Ort Lourdes in den Pyrenäen ist einer der beliebtesten Marienwallfahrtsorte. Seine Geschichte beginnt mit einem einfachen Hirtenmädchen, das nie lesen und schreiben gelernt hat: Bernadette Soubirous. 1858 erscheint der 14Jährigen in einer Grotte, die den Schafen als Unterschlupf dient, eine weißgekleidete Dame mit blauem Gürtel und einem Rosenkranz. Insgesamt 18mal begegnet ihr Bernadette; sie betet mit ihr, gibt Botschaften weiter und gräbt eine Quelle aus dem Boden. Die Dame offenbart sich ihr schließlich als „Unbefleckte Empfängnis“. Zunächst erklärt man das Mädchen für eine Verrückte, aber bald kommen die Menschen in Scharen zur Grotte, beten zusammen und trinken von dem Wasser der Quelle.
Bernadette will nicht berühmt sein und im Mittelpunkt stehen; sie tritt in das Kloster der Caritas- und Schulschwestern von Nevers ein und pflegt Kranke. Viele Anfeindungen muss sie ertragen und auch von schweren Krankheiten bleibt sie nicht verschont. Am 16. April 1879 stirbt sie.
Vor allem Kranke aus allen Teilen der Welt pilgern nach Lourdes, und wenn auch nur wenige geheilt nach Hause fahren, erfahren sie an diesem Ort Trost und vor allem die Nähe und Solidarität der Mitmenschen. Riesige Kirchen wurden gebaut und heute wird die kleine Stadt jährlich von ca. 6 Mill. Menschen aufgesucht.


Max Joseph Metzger am 17. April

Viele Christinnen und Christen leisteten auf unterschiedliche Art und Weise Widerstand gegen das Regime der Nationalsozialisten – wir kennen sie nicht alle, manche werden vielleicht noch bei weiterführenden Recherchen entdeckt.
Stellvertretend soll hier Max Joseph Metzger erwähnt werden, ein katholischer Priester, der 1944 hingerichtet wird. Als erstes Kind eines Realschullehrers in Schopfheim geboren, besucht er das Gymnasium, studiert Philosophie und Theologie, promoviert und wird zum Priester geweiht. Am I. Weltkrieg nimmt er als Divisionspfarrer teil und nach den schrecklichen Materialschlachten im Westen wird er zum radikalen Pazifisten. Er tritt dem Internationalen Versöhnungsbund bei und gründet selbst einige Organisationen, z.B. den Friedensbund Deutscher Katholiken. Auch in der ökumenischen Una-Sancta-Bewegung engagiert er sich.
Als der Völkerbund ins Leben gerufen wird, entwickelt er eigene Vorstellungen von einem friedlichen Europa der Länder, das nur noch ein gemeinsames Heer hat und in dem die Staaten ihr Geld nicht für Rüstung, sondern für Bildung ausgeben. Viele seiner Einstellungen wirken äußerst modern: Er lebt als Vegetarier und begründet dies mit dem Schutz der Schöpfung. Als Mitglied der Christkönigsgesellschaft widmet er sich der „Trinkerfürsorge“.
Seine konsequente Ablehnung des Nationalsozialismus bringt ihm 1934 und 1939 zwei Haftstrafen ein. Er entwirft eine Vorstellung von einem demokratischen Nachkriegsdeutschland in einem europäischen Staatenbund und will 1943 diese Schrift dem schwedischen Erzbischof zukommen lassen. Aber die Überbringerin, eine in die Una-Sancta-Bewegung eingeschleuste Gestapoagentin, verrät ihn und er wird in einem nur 70 Minuten langen Schauprozess durch Roland Freisler zum Tode verurteilt.
In der Begründung des Urteils heißt es: „Es handelt sich also um den Entwurf eines Regierungssystems für Deutschland, das demokratisch-pazifistisch, wehrlos, einer Terrorarmee unserer Feinde unterworfen, kein Einheitsstaat, nicht einmal ein Bundesstaat, sondern nur ein Staatenbund sein soll… Ein schmachvoll verräterischer Gedanke, wie ihn nur derjenige zu fassen vermag, der unser nationalsozialistisches Deutschland zutiefst haßt.“
Am 17. 4. 1944 wird Metzger im Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichtet.


Hl. Konrad von Parzham am 21. April

Altötting ist wohl der Lieblingswallfahrtsort vieler Bayern; die „schwarze Madonna“ in der kleinen Kapelle mitten in der Stadt zieht viele Pilger an, die dort Holzkreuze auf ihre Schultern laden, Kerzen stiften, Votivbilder zum Dank für die Rettung in schweren Lebenslagen mitbringen.
Aber es gibt noch einen weiteren Anziehungspunkt in Altötting: das Kapuzinerkloster, in dem ein Pförtner namens Konrad 41 Jahre seinen Dienst erfüllt. Er wird 1818 als Bauernsohn geboren und trägt eigentlich den Namen Johannes. Auf das Hoferbe verzichtet er, er tritt in das Kloster ein und wird zum Bruder Konrad. Er ist kein gelehrter Theologe und kein großartiger Prediger, aber ein frommer und vor allem liebenswürdiger Mensch, der immer bereit ist zu helfen. So gehört es zu seinen Aufgaben als Pförtner, den Landstreichern und Armen etwas zu essen zu geben und so ganz nebenbei ermahnt er sie auch zu einem christlichen Lebenswandel.
Berühmt ist folgende Geschichte geworden: Ein Bettler kommt an die Pforte und bittet um „eine milde Gabe“. Als ihm Konrad statt Geld und Schnaps eine Suppe bringt, wirft ihm der Mann den Teller vor die Füße. Da sagt Konrad freundlich: „Gelt, die magst du nicht, so hol ich dir halt eine andere.“
Oft kritisieren ihn die Mitbrüder wegen seiner Großzügigkeit, aber das macht ihm nichts aus. Kurz vor seinem Tod lässt ihn der Prior in die „Mutter-Gottes-Zelle“ legen – eine ganz besondere Ehre! Dort stirbt er friedlich am 21. 4. 1894.
Seiner Schwester hat er einmal geschrieben: „Mir geht es immer gut. Ich bin immer glücklich und zufrieden in Gott. Ich nehme alles mit Dank vom lieben Himmelvater an, sei es Leiden oder Freuden, er weiß wohl, was besser ist für uns.“


Hl. Georg am 23. April

Georg – das ist wieder so ein Name, der in allen christlich geprägten Ländern zu finden ist: George, Giorgio, Jürgen, Jörn, Grischa, György… Er kommt vom griechischen „Georgios“ und bedeutet „Bauer“, „Landmann“. Auch die Muslime in der Türkei erzählen vom Ritter Georg.
Den hl. Georg kennt man nur aus Legenden; er ist wohl bei der Christenverfolgung durch Diokletian um 304 in Nikomedien oder Lydda als Märtyrer enthauptet worden. Schon im 4. Jhdt. werden Kirchen auf seinen Namen geweiht und Geschichten über ihn gibt es seit dem 5. Jhdt.
Die berühmteste Legende stellt ihn als furchtlosen, tapferen Ritter auf einem weißen Pferd dar, der wie im Märchen die Menschen von einem schrecklichen Drachen befreit und auch noch eine Königstochter vor dem Tode bewahrt. Das Besondere an ihm ist, dass er diese Tat im Zeichen des Kreuzes vollbringt und den König mit seinen Untertanen von der Macht Christi überzeugt. Das ganze Volk lässt sich taufen. Der Drache verkörpert hier wie bei vielen Heiligengeschichten das Böse, den Satan.
In den mittelalterlichen Kreuzzügen wird Georg zum Vorbild für die Ritter, die vor Jerusalem kämpfen.
Georg ist der Landespatron von England und von Äthiopien – dort erhält der 23. Tag in jedem Monat die Bezeichnung „Giyorgis“. Auch das Land Georgien ist nach ihm benannt. Die UNO hat den 23. April zum „Tag des Buches“ ernannt. Der Georgstag war früher ein wichtiger Tag für die Bauern: Dienstboten konnten die Stelle wechseln, Zinsen mussten gezahlt werden. Pferdeumritte gibt es auch heute noch an manchen Orten.
Und die Bauernregeln befassen sich mit dem Aprilwetter, das oft noch Schnee und Frost mitbringt: „Sankt Andreas macht das Eis, Sankt Georg bricht das Eis.“ „Kommt Sankt Georg auf dem Schimmel, kommt ein gutes Jahr vom Himmel“.


Evangelist Markus am 25. April

Das Markus-Evangelium (ca. 70 n.Chr. entstanden) ist das älteste und eine Art „Kern“-Evangelium: Es enthält die zentralen Worte und Taten von Jesus Christus, vor allem die Botschaft von seinem Tod und seiner Auferstehung. Die anderen Evangelien erweitern diesen „Kern“, z.B. um die Geburts- und Kindheitsgeschichten. Markus fasst vorhandene Einzelgeschichten zu einer fortlaufenden Erzählung zusammen, die in der damaligen griechisch-römisch geprägten Zeit verstanden werden soll.
Genaue Angaben über sein Leben haben wir nicht; in den Geschichten um Petrus und Paulus taucht öfter der Name Markus auf – aber das können auch verschiedene Personen gewesen sein. Einer davon wird von Petrus zum Christentum bekehrt und begleitet Paulus auf seiner 1. Missionsreise nach Kleinasien, der heutigen Westtürkei. Weitere Stationen sind Zypern, Rom, Ephesus; er stirbt 68 n.Chr. in Alexandria/Ägypten.
Der Begleiter des Evangelisten auf bildlichen Darstellungen ist ein Löwe. Markus ist der Patron der Stadt Venedig – der Markusdom mit dem großen Platz davor ist ein großer Anziehungspunkt für alle Touristen.