Förderverein für regionale Entwicklung
 
 

Namenstage im Mai

Im kath. Bayern wurde früher nicht der Geburtstag, sondern der Namenstag gefeiert; das war meist der Todestag des Heiligen, dessen Namen man trug. Freilich weiß man von vielen Heiligen keine genauen Daten – man hat das nicht so genau wie heute aufgeschrieben. Also suchte die Kirche einen passenden Tag aus. Und so kommt es, dass im Kalender an jedem Tag mehrere Namen stehen. Manche Namen kennt man heute gar nicht mehr, moderne neue Namen fehlen oft.
Im Mai feiern wir eine ganze Reihe von Heiligen, deren Namen bei uns verbreitet waren oder noch sind: am 4. 5. der hl. Florian, am 12., 13., 14. und 15. 5. die sogenannten Eisheiligen Pankraz, Servaz, Bonifaz und Sophie und am 16. 5. der hl. Johannes Nepomuk.

 

4. Mai Florian– der hl. Florian
Den hl. Florian kennen die meisten von uns – sein Bild ist an allen Feuerwehrhäusern zu sehen, auch in Miesbach. Er soll nämlich die Feuerwehrleute bei ihrem gefährlichen Einsatz schützen. Als Kind soll er einmal ein brennendes Haus gelöscht haben. Feuer hat früher sehr oft ganze Dörfer und Städte vernichtet (z.B. 1783 den Ort Miesbach). Heute müsste man ihn vor allem bei Waldbränden um Hilfe bitten.
Er lebte vermutlich zwischen 250 und 305 n. Chr. in der Nähe von Wien, war von den Eltern christlich erzogen worden und diente als Offizier im römischen Heer. Später wurde er der Stellvertreter des Statthalters Aquilin, der von ihm verlangte, nicht den christlichen Gott, sondern die römischen Götter und den Kaiser zu verehren. Florian weigerte sich und wurde am 4. Mai 304  mit einem großen Stein am Körper in den Fluss Enns geworfen.
Viele Kirchen und Orte sind dem hl. Florian geweiht – und natürlich haben die Menschen Geschichten über ihn erzählt. Auf den Bildern ist er wie ein Soldat gekleidet und hat einen Wasserkübel in der Hand oder einen großen Mühlstein am Fuß. Lustige Sprüche gibt es auch über ihn:
„Heiliger Sankt Florian, beschütz das Haus, zünd‘ andere an!“

 


sophia12., 13., 14. und 15. Mai Pankratius, Servatius, Bonifatius und die Sophie
Sie werden als „Eisheilige“ bezeichnet; dazu kommt die „kalte Sophie“. An diesen Tagen kann es in der Nacht nochmal sehr kalt werden, so dass die jungen Pflanzen und Bäume erfrieren.
Während wir über Pankratius, Servatius und Bonifatius nicht sehr viel wissen und diese Namen heute kaum noch vorkommen, ist Sophia oder Sofie ein sehr beliebter Name.
Die hl. Sophia von Rom ist vermutlich zur gleichen Zeit wie Florian als Märtyrerin gestorben, weil sie Christin war und bleiben wollte. Bald nach ihrem Tod wurde sie als Heilige verehrt  und taucht in vielen Kirchen als Figur auf. „Sophia“ heißt in der altgriechischen Sprache übrigens „Weisheit“. Sie ist die Patronin gegen späten Frost und für das gute Wachstum von allem, was auf dem Feld wächst.

 

 

Joh. Nepomuk16. Mai – hl. Johannes Nepomuk
An Brücken steht oft die Figur eines Mannes in Priesterkleidung, der auf ein Kreuz in der Hand schaut  – das ist der hl. Johannes Nepomuk.
Er wurde 1350 in Böhmen geboren, durfte Lesen und Schreiben lernen und studierte im Prag und Padua. Er wurde Pfarrer in Prag und setzte sich gegen den böhmischen König für die Rechte der Kirche ein. Eine Geschichte erzählt, dass er der Beichtvater der Königin war und sich geweigert hat, dem König zu erzählen, was seine Frau gebeichtet hatte. Er wurde gefangen genommen, gefoltert und 1393 von der Karlsbrücke in Prag in den Fluss Moldau geworfen. So kam er zu der Rolle als „Brückenheiliger“. Heute noch kann man die Stelle sehen, wo er in den Fluss gestoßen wurde.
Johannes Nepomuk ist der Beschützer der Flößer, Schiffer und Brückenbauer, außerdem der Schutzpatron von Böhmen und Prag.